Marketingsalon

„Das wollte ja noch niiieee jemand!“ tönt es vorwurfsvoll im roten Poloshirt. Samstag Abend im lokalen Baumarkt. Ein Zaunelement mit Tor sollte es sein. Hölzern und äußerst überschaubar in Größe und Einfachheit. Jibt’s nich, hat och noch nie eener haben wolln. Noch nicht mal zu den Apothekenpreisen dieses ausgesuchten Sortiments. Bauen Brandenburger nur Zäune ohne Durchgang? Ich erinnere mich sofort an Dieter Moor (‚tschuldigung, Max): Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht.

Ja, ich lebe neuerdings in Brandenburg. Fünf Jahren um genau zu sein, es fühlt sich aber noch sehr frisch an. Als Berlinerin verstehe ich wenigstens die Sprache, auch sind die Brandenburger von jenem Charme wie die Berliner. Maulfaul nennt man das hier. Unfreundlich würde ein Aussenstehender sagen.

Man muss es schon mögen, dieses Leben zwischen Naturschutzgebiet und ostdeutscher Kleinstadt. Paranoide Ansätze stellen sich ein, verschlägt es mich mal ins Schwäbische. Zwei Tage brauche ich, um mit der dortigen Freundlichkeit klarzukommen. Was wollen die von mir? Warum Lächeln die immer? Hab ich was im Gesicht?

DAS kann einem in Brandenburg nicht passieren…

Süd-Brandenburg im Sommer 2012

 

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